Sudan: Staatengemeinschaft erlässt Schulden in Milliardenhöhe

Beim Afrika-Gipfel in Paris hat die internationale Staatengemeinschaft beschlossen, dem Sudan mehr als zehn Milliarden Euro Schulden zu erlassen. Zu einem solchen „New Deal“ für afrikanische Staaten hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron aufgerufen. Dies berichteten unter anderem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Demnach gewährt allein Frankreich dem krisengeschüttelten Sudan einen Schuldenerlass in Höhe von rund fünf Milliarden Euro. Insgesamt hat der Sudan Schulden von 50 Milliarden Euro.

Auch Deutschland hilft

Auch Deutschland will dem Sudan wirtschaftlich unter die Arme greifen: Laut Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erlässt die Bundesrepublik dem Land Schulden in Höhe von 360 Millionen Euro und übernimmt bis zu 90 Millionen Euro der Zahlungsverpflichtungen, die der Sudan gegenüber dem Internationalen Währungsfond (IWF) hat. Die sudanesische Regierung „brauche den für die Umsetzung politischer und wirtschaftlicher Reformen nötigen finanziellen Spielraum“, erklärte Maas.

Hintergrund für die Initiative der internationalen Staatengemeinschaft sind die massiven politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Sudans. Zum jahrzehntelangen Bürgerkrieg und der von Misswirtschaft geprägten islamistischen Militärdiktatur kamen verheerende Überschwemmungen des Nils. Und in jüngster Zeit veschärften die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie die ohnehin prekäre Lage. Der langjährige Präsident Omar al-Bashir war 2019 nach massiven Protesten von Militärs gestürzt worden.

Hindernisse für Demokratisierung

Der auf dem Afrikagipfel beschlossene Schuldenerlass soll der sudanesischen Übergangsregierung laut „Frankfurter Rundschau“ den nötigen finanziellen Spielraum verschaffen. Die größten Hindernisse auf dem Weg zur Demokratisierung bestünden aber weiterhin: ein „undurchsichtiges Geflecht an Unternehmen“, das immer noch von hochrangigen Militärs kontrolliert werde. Dessen geplante Einbindung in die jeweiligen Ministerien könne das „ohnehin prekäre Verhältnis zwischen der zivilen Regierung und den noch immer an der Macht beteiligen Militärs zusätzlich belasten“. um

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