IPS hilft bei der Schulbildung im Südsudan

Father Victor Samson analysiert die positive Entwicklung der Schulen in Narus. Dies ist ein positives Beispiel für die Hilfe, die die Initiative Pater Stephan (IPS) bei der Schulbildung im Südsudan leistet

Schülerinnen aus der St. Bakhita Primary School vor ihrem Schulgebäude in Narus
Hilfe der Initiative Pater Stephan bei der Schulbildung im Südsudan: Schülerinnen aus der St. Bakhita Primary School vor ihrem Schulgebäude in Narus im Südsudan

IPS-Beiträge zur Schulbildung im Südsudan: das Beispiel Narus

In den vergangenen Jahren hat die Initiative Pater Stephan (IPS) bemerkenswerte und nachhaltige Beiträge zur Bildungslandschaft in Narus im Südsudan geleistet. Diese Partnerschaft hat sich positiv auf alle Schulen unter der Leitung der Pfarrei St. Joseph‘s ausgewirkt.

Jährlich erhalten mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler in allen vier Einrichtungen Hilfe der Initiative Pater Stephan. Insgesamt waren es rund 10.000 Schulkinder in den letzten fünf Jahren.

Die Unterstützung durch IPS war entscheidend für den Aufbau, die Erweiterung und die Instandhaltung unserer Bildungseinrichtungen und hat eine nachhaltige Entwicklung in der Region gefördert.

Die folgende Wirkungsanalyse gibt einen Überblick über die messbaren Ergebnisse der Beiträge der IPS zur Schulbildung im Südsudan. Der Fokus richtet sich dabei besonders auf den direkten Nutzen für Schülerinnen und Schüler aus Boma. Dort schränkt eine anhaltende Bildungskrise den Zugang zu Schulbildung stark ein. Ausgelöst wird sie durch Stammeskonflikte, Vertreibung und Armut.

Geografischer Kontext: Boma

Boma ist eine abgelegene und historisch benachteiligte Region im Südsudan und liegt nahe der Grenze zu Äthiopien. Das Gebiet ist seit langem betroffen von ethnischen Konflikten, Unterentwicklung und begrenztem Zugang zu Bildung. Bürgerkriegsähnliche Unruhen, verstärkt durch saisonale Wanderbewegungen haben es jungen Menschen aus Boma erschwert, eine gute und stabile Schulbildung zu erhalten.

Die Möglichkeit, in den von IPS unterstützten Schulen in Narus zu lernen, bietet diesen Schulkindern eine lebensverändernde Chance.

Schüler aus Boma an der St. Patricks Boys Secondar School in Narus
Schüler aus Boma an der St. Patrick’s Boys Secondary School in Narus

Derzeit sind fast 200 Schülerinnen und Schüler aus Boma an vier Einrichtungen eingeschrieben: der Comboni Boys Primary School, der St. Bakhita Girls Primary School, der St. Bakhita Girls Secondary School und der St. Patrick‘s Boys Secondary School. Ihre Teilnahme am Schulunterricht verdeutlicht, wie enorm wichtig die Unterstützung durch IPS ist. Sie hat diesen Kindern Zugang zu Bildung ermöglicht und die Perspektive auf eine Zukunft jenseits von Konflikten und Armut eröffnet.

Steigende Schülerzahlen

Die Grafik (siehe unten) zeigt den stetigen Anstieg der Schülerzahlen an jeder Schule. Sie spiegelt die positiven Auswirkungen von Investitionen wider, welche die IPS in Infrastruktur und Bildung getätigt hat. 

Steigerung der Schülerzahlen in den vier Schulen in Narus im Südsudan, die Hilfe der Initiative Pater Stephan erhalten
Steigerung der Schülerzahlen in den vier Schulen in Narus im Südsudan, die Hilfe der Initiative Pater Stephan erhalten

Infrastrukturelle Entwicklung

Die IPS hat den Bau von Klassenzimmern und Schlafsälen gefördert und so die Aufnahmekapazität der Schulen erheblich erhöht. Die neuen Räume bieten Jungen und Mädchen aus der Region und aus Konfliktgebieten sichere und komfortable Lernräume. Verbesserte Pumpen sichern die Versorgung der Schulkinder mit sauberem Wasser.

Zudem unterstützt die Initiative Pater Stephan Ernährungsprogramme, indem sie das Anlegen von Schulgärten fördert. Die Beiträge der IPS zum Wiederaufbau beschädigter Klassenzimmer und Schlafsäle haben diese Einrichtungen gestärkt und ein stabiles Umfeld geschaffen.  Dies ist für das Lernen und die Entwicklung der Schulkinder unerlässlich.

Neue Zäune erhöhen Sicherheit

Neue Zäune für die St. Daniel Comboni Primary School und die St. Bakhita Girls Primary School erhöhen die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehrpersonals und schaffen eine ruhige Lernumgebung.

Dringend benötigte Schlafsäle

Die mit der Unterstützung durch die Initiative Pater Stephan (IPS) errichteten Schlafsäle und Schulgebäude in der St. Daniel Comboni Primary School ermöglichten eine Erweiterung der Schule. Die neuen Gebäude bieten den dringend benötigten Platz für eine wachsende Anzahl von Schülern.

Schulgemüsegarten

Die Gemüsegärten der St. Patrick‘s Boys Secondary School und der St. Bakhita Secondary School, angelegt mit Unterstützung von IPS, spielen eine große Rolle im Ernährungsprogramm der Schulen. Sie liefern wichtige Gemüsesorten und verbessern die Ernährung der Schülerinnen und Schüler.

Weitere Erkenntnisse aus den Infrastrukturdaten

Zugang zu Wasser: Die Installation von Wasserpumpen trug entscheidend zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei. Dies gilt besonders für Schulen in den von Dürre betroffenen Gebieten, zu denen auch das Gelände der St. Patrick‘s Boys Secondary School zählt.

Programme zur Unterstützung von Mädchen

Die Bereitstellung von Hygiene-Sets verminderte die Fehlzeiten der Schülerinnen an der St. Bakhita Girls Primary und der St. Bakhita Girls Secondary School. Dadurch können menstruationsdingte Probleme die schulische Entwicklung der Schülerinnen nicht mehr behindern.

Lehrergehälter und Schulgebühren

Die Initiative Pater Stephan (IPS) ermöglicht große schulische Fortschritte an der St. Patrick‘s Boys Secondary School, indem sie die Bezahlung der Lehrer sicherstellt. Dank dieser Unterstützung können sich die Lehrer voll und ganz auf ihre Schüler konzentrieren, ohne sich um ihr Einkommen sorgen zu müssen. Zudem übernimmt die IPS die Schulgebühren und Internatskosten für Schülerinnen und Schüler aus Boma an allen Schulen.

Langfristige Auswirkungen

Die Unterstützung durch IPS ist vielfältig und hat langfristige Auswirkungen. Sie fördert nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die gesamte Gemeinschaft:

Bessere Zukunft durch Bildung: Die IPS ermöglicht den Zugang zu Bildung in marginalisierten Gemeinden. Schüler aus Boma, die zuvor kaum oder gar keinen Zugang zu Bildung hatten, erhalten nun eine hochwertige Ausbildung. Mit dem gewonnenen Wissen und den erlernten Fähigkeiten können sie ihre Gemeinden  voranbringen. So besteht die Möglichkeit, den Kreislauf von Armut und Unterentwicklung in diesen Gebieten zu durchbrechen.

Gemeinschaftsbildung und Friedensförderung: Die Unterstützung der Bildungseinrichtungen in der St. Joseph‘s Parish durch die IPS hat auch zu Friedensbemühungen beigetragen. So besteht die Aussicht, Konflikte unter den verschiedenen Stämmen beizulegen und zukünftig zu vermeiden.

Durch die Ausbildung fördern die Schulen eine Kultur des gegenseitigen Respekts, der Zusammenarbeit und des Verständnisses. Viele Schüler, besonders die aus Konfliktregionen wie Boma, setzen sich nun für Frieden und Versöhnung ein.

Wirtschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit: Entscheidend ist die Entwicklung der Infrastruktur. Schulen wurden saniert und umzäunt, Schlafsäle errichtet. Hinzu kamen die Installation und die Sicherung der Wasserversorgung sowie das Anlegen der Schulgemüsegärten. Diese Maßnahmen decken nicht nur den unmittelbaren Bedarf, sondern legen auch den Grundstein für dauerhafte Nachhaltigkeit.

Der Zugang zu sauberem Wasser, zu Schulessen und einer sicheren Lernumgebung senkt die Abbrecherquote und ermöglicht kontinuierliche Bildung, die für die Entwicklung der Gemeinden unerlässlich ist.

Schlussfolgerungen

Die Initiative Pater Stephan hat in den letzten Jahren große Summen in die Bildungseinrichtungen von Narus investiert. Diese Unterstützung hat das Leben von Tausenden von Kindern verbessert, kurzfristig durch bessere Lernmöglichkeiten, langfristig durch Stärkung der Gemeinschaft, durch Friedensförderung und nachhaltige Entwicklung.

Die fortgesetzte Partnerschaft zwischen der IPS und der Pfarrei St. Joseph wird eine neue Generation gebildeter junger Südsudanesen hervorbringen. Auf ihnen ruht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für das Land.

Text: Pater Victor Samson SPS; Übersetzung: Gabriele. Haldenwang und Ulrich Mannsbart

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