Schulprojekte im Sudan und Südsudan

Nubaberge: Bau eines Mädchenwohnheims in Gidel

Ein Projekt der Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation (BGRRF)

Dieses Projekt soll den von der Krise betroffenen Schülerinnen den Zugang zu hochwertiger Bildung sichern. Ein sicheres Lernumfeld im Internat ist unabdingbar, weil die Schülerinnen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dazu zählen unter anderem Übergriffe von Männern sowie Zwangsverheiratungen in der eigenen Familie, wenn die Schülerinnen eine reguläre Schule besuchen.  Mit dem Bau dieses Mädchenwohnheims für die Internatsschülerinnen wird ein Schutzraum für die Mädchen geschaffen.

Fortschritt beim Innenausbau des  Mädchenwohnheims in der Sekundarschule in Gidel bis August 2020.
Fortschritt beim Innenausbau des  Mädchenwohnheims in der Sekundarschule in Gidel bis August 2020.
Bau eines Schlafsaals für Mädchen an der St. Joseph Sekundarschule

Am Bau des Wohnheims  beteiligen sich die örtliche Gemeinde sowie Sister Nicole Rotaru von den Sisters-of-Mercy-Schwestern  in Australien  & Papua-Neuguinea  und die Initiative Pater Stephan in Deutschland. Die Gemeinde lieferte Baugrund, Sand, Steine, Wasser und einige Ziegel sowie Arbeits- und Sicherheitskräfte. Das Internat wird den Mädchen der Sekundarstufe helfen, Problemen zu entgehen wie frühe Schwangerschaften, Zwangsheiraten und Fehlzeiten. Zudem  gewährleistet es den Verbleib an der Schule und ermöglicht bessere Schulleistungen,  persönliche Hygiene sowie Sicherheit. Die alten Zelte, die momentan als Unterkünfte für die Mädchen dienen, sind in einem sehr schlechten Zustand. Schlangen und andere wilde Tiere, die in der Gegend sehr häufig sind, können ungehindert in die Zelte eindringen.

Außenansicht des Schlafsaals der Sekundarschule St. Joseph mit einer Kapazität von 40 mehrstöckigen Betten  im Mai 2020
Außenansicht des Schlafsaals der Sekundarschule St. Joseph mit einer Kapazität von 40 mehrstöckigen Betten  im Mai 2020

 

 

 

Bauaufsicht für den Fortschritt des Baus

Nachdem die Finanzierung des Bauprojekts gesichert war, wurde im Februar 2020 ein Bauausschuss gegründet, der sich aus dem Gemeindepfarrer, einer BGRRF-Bildungsbeauftragten, dem BGRRF-Finanzverwalter, dem Schulleiter und Elternvertretern zusammensetzte. Sie alle beaufsichtigen den Fortschritt der Baumaßnahmen. Der Ausschuss befasste sich mit folgenden Planungs- und Budgetierungsmaßnahmen:

  • dem von der Gemeinde Gidel zur Verfügung gestellten Baumaterialien, Arbeitskräften und dem Sicherheitspersonal,
  • dem voraussichtlichen Fertigstellungstermin des Wohnheims,
  • der Beschaffung und Lieferung der benötigten Materialien für den Bau,
  • den möglichen Risiken, die die Fertigstellung des Baus verzögern könnten.
Bis zur Fertigstellung des Schlafgebäudes nächtigen 120 Mädchen in diesem Zelt
Bis zur Fertigstellung des Schlafgebäudes nächtigen 120 Mädchen in diesem Zelt
Mit Sand und Steinen hat die Gemeinde zum Fortschritt auf der Baustelle im Februar 2020 beigetragen
Mit Sand und Steinen hat die Gemeinde zum Fortschritt auf der Baustelle im Februar 2020 beigetragen
Wiedereröffnung der Schule in den Nubabergen

Die Bildungsbehörde in den Nubabergen schloss im März alle Bildungsstätten, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Als Reaktion darauf entwickelte die BGRRF einen Plan für die Schulen um die Auswirkungen der Schließungen abzumildern und zumindest eine abgeschwächte Kontinuität des Schulbetriebs zu gewährleisten. Nach einer längeren Schulschließung hat die politische Führung in den Nubabergen am 14. Juli beschlossen, die Schule zumindest für die Abschlussklassen der Grund- und der Sekundarschulen schrittweise wieder zu öffnen. Dies geschah, weil in den Nubabergen kein einziger Fall von COVID19 gemeldet wurde.  Die Lernenden können sich in den Schulen frei bewegen – unter Beachtung der üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen COVID-19. Nach der Wiedereröffnung haben sich 350 Schülerinnen und Schüler in sechs Schulen gemeldet und der Unterricht läuft reibungslos.

Schülerinnen beteiligen sich am Bau ihres neuen Wohnheims (Februar 2020)
Schülerinnen beteiligen sich am Bau ihres neuen Wohnheims (Februar 2020)
Haupthindernisse bei der die Fertigstellung des Mädchenwohnheims

Das Wohnheim sollte im Mai 2020 fertiggestellt sein. Aber aufgrund von Lieferproblem erhöhten sich sprunghaft die Preise für Baumaterialien, sodass deutlich weniger gekauft werden konnten und sich die Fertigstellung stark verzögert. Nicht nur dass sich die Preise für Baustoffe mehr als verdoppelten, hinzu kam der Beginn der Regenzeit, die sich bis in den Oktober 2020 hinziehen kann. Deshalb kann das Wohnheim wahrscheinlich nicht vor November bezogen werden.

Aufgrund der erhöhten Preise und der Probleme bei der Materialbeschaffung werden weitere 8000 Euro für die Fertigstellung und Ausstattung des Mädchenwohnheims benötigt.

Text und Fotos: Agnes Mugabo (Bildungsbeauftragte der BGRRF in den Nubabergen)

Übersetzung: Gabriele Haldenwang; Ulrich Mannsbart

Grundschulen und Sekundarschulen in den Nubabergen (Südkordofan, Sudan)

Pater Stephan in einer Schule in den Nuba-Bergen

In den Nubabergen unterstützt die Initative mehrere Schulen, die Bischof Macram Max Gassis (Diözese El Obeid) gegründet hat:  Es sind die St. Daniel Comboni Primary School und die St. Peter and Paul Primary School in Gidel, die St. Vincent Ferrer Primary School in Kauda sowie die St. John Primary School in Kharqa sowie die St. Joseph Secondary School (Internat) in Gidel, Primary Schools in Tombore und Lugi.

Alle Schulen wurden aus Steinen, Lehm und Gras errichtet und bieten  Unterrichtsräume für jeweils sieben Klassen sowie eine Vorstufe an. Um den Schulbetrieb auftrecht zu erhalten, muss das Personal entlohnt und Schulmaterial finanziert werden. Hinzu kommt die Instandhaltung von Gebäuden und Einrichtungen.

Vor- und Grundschüler in den Nubabergen
Vor- und Grundschüler in den Nubabergen

Besonderen Wert legen wir auf Beziehungen zwischen Bildungseinrichtungen in Deutschland und den Schulen im Sudan. Im Lauf der Jahre sind so enge Kontakte zur Diözese El Obeid und ihren Schulen und Gemeinden entstanden. Es gibt einen reichen Brief- und Bilderwechsel zwischen den Schulen im Sudan und der Katholischen Grundschule St. Bonifatius in Düsseldorf, dem Jugenddorf Christophorusschule in Königswinter sowie einer Schule in Itzehoe. So gewinnen Schülerinnen und Schüler aus dem Sudan und Deutschland einen Einblick die Lebensweise des jeweils anderen Landes.

 

Schulen Twic-County (Südsudan)

Das beschädigte Dach der St. Augustine Sekundarschule in Turalei muss renoviert werden
Das beschädigte Dach der St. Augustine Sekundarschule in Turalei muss renoviert werden

In dieser Region unterstützt die Initiative Pater Stephan e.V. sieben Grundschulen und drei Sekundarschulen. Durch eine Spende konnten wir einen finanziellen Beitrag zur Ausstattung eines Lehrerausbildungszentrums leisten. Alle Schulen bestehen aus gebrannten Lehmziegeln und einem Wellblechdach.
Aktuell lernen an den zehn Schulen in Twic-County etwa 6000 Schülerinnen und Schüler. An zwei Schulen müssen aktuell Gebäude renoviert werden. Schwere Regenfälle und heftige Stürme hatten große Schäden angerichtet.