Schulprojekte im Sudan und Südsudan
Grundschulen und Sekundarschulen in den Nubabergen (Südkordofan, Sudan)

In den Nubabergen unterstützt die Initiative Pater Stephan (IPS) mehrere Schulen: Es sind die St. Daniel Comboni Primary School sowie eine Vorschule, ausserdem die St. Peter and Paul Primary School und die St. Josephs Secondary School in Gidel, die St. Vincent Ferrer Primary School in Kauda sowie die St. Augustine-Merri Primary School. Hinzugekommen sind die Bishop Macram Secondary School in Kauda und die Zudem fördert IPS die St. John Primary School in Kharqa sowie die Primary Schools in Lugi und Saraf Jamus.
Alle Schulen wurden zum Teil aus Steinen oder aus Lehm und Gras errichtet. In den Grundschulen wird in sieben Klassenstufen und in einer Vorschulklasse unterrichtet. In den Sekundarschulen sind es vier Klassenstufen. Um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, müssen das Lehrerkollegium und die Schulmaterialien finanziert werden. Hinzu kommt die Instandhaltung von Gebäuden und die Einrichtung der Klassenräume.
Besonderen Wert legen wir auf Beziehungen zwischen Schulen in Deutschland und einigen Schulen im Südsudan und im Sudan. Im Lauf der Jahre sind so enge Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern entstanden. Sie schreiben Briefe und malen Bilder, die Pater Stephan bei seinen jährlichen Besuchen jeweils überbringt. So gewinnen Schülerinnen und Schüler aus dem Sudan sowie dem Südsudan einen Einblick in die Lebensweise deutscher Schüler und umgekehrt.
IPS fördert die Schulausbildung in Narus (Südsudan)

In Narus im Südsudan unterstützt die Initiative Pater Stephan e.V. (IPS) Bildungsprogramme, indem sie Schulen, Lehrer und Schüler finanziell fördert. Mit den Schulgeldern werden ausschließlich Schüler aus der Gemeinde Boma unterstützt. Denn Boma wurde im Jahr 2013 durch den Angriff abtrünniger Rebellen komplett zerstört.
Im Zuge dessen besetzten Rebellen die Grundschule, so dass kein Schulbesuch mehr möglich war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die IPS die Grundschule in Boma unterstützt. Daraufhin beschloss IPS, Schülern aus Boma eine Schulausbildung in Narus zu ermöglichen.

Gute Chancen für junge Leute aus Boma
Seit langem unterstützt die IPS Schülerinnen und Schüler aus Boma, einem Ort im Südosten des Südsudans. Dort fehlt eine Grundversorgung im Bereich Gesundheit und Bildung, die meisten Einwohner sind wie überall im Südsudan Analphabeten und haben noch nie eine Schule besucht.
Die Pfarrgemeinde St. Joseph betreut in Narus sechs Schulen:
- die St. Daniel Comboni Jungengrundschule,
- die St. Bakhita Mädchengrundschule,
- die St. Bakhita Mädchen Sekundarschule,
- die neue St. Patrick´s Sekundarschule für Jungen
- die Vorschule St. Joseph
(Die Schulen sind sowohl Tagesschulen als auch Internate.)

Das Ausbildungsprogramm der IPS sieht vor, junge Menschen aus Boma in Narus auszubilden, damit sie danach ihre Dorfgemeinschaften unterstützen und weiterentwickeln können.

Schülerinnen der St. Bakhita Secondary School in Narus
Naturkatastrophen erfordern immer wieder Notmaßnahmen
Seit Jahrzehnten erlebt der Südsudan immer wieder längere Dürren und zunehmend auch Überschwemmungen aufgrund des gravierenden Klimawandels. Sie führen zu Hungersnöten und Krankheiten wie etwa Malaria. In solchen Situationen kommt die Initative Pater Stephan den Schulen der Gemeinde Narus zu Hilfe. Sie ermöglicht den Kauf von Lebensmitteln zur Versorgung der Boma-Schüler in allen geförderten Schulen. Diese finanziellen Nothilfemaßnahmen ergänzen die regelmäßige Zahlung der Schulgebühren für die Boma-Schüler in den fünf Schulen. Außerdem finanziert die IPS seitdem ein Ernährungsprogramm für die Ferien, da viele Boma-Schüler in dieser Zeit nicht nach Hause fahren können.
Mädchen und Jungen gleichermaßen unterstützen
Seit vielen Jahren finanziert die IPS die Schulgebühren und das Schulessen für die Schüler aus Boma in den folgenden Schulen: In der St. Bakhita Mädchenhauptschule, wo 17 Schülerinnen den Unterricht besuchen. In der St. Bakhita Mädchensekundarschule sind es 6 junge Frauen. In der St. Daniel Comboni Hauptschule werden 45 Schüler gefördert. An der St. Patrick´s Sekundarschule in Nadapal besuchen 70 von der IPS unterstützte Schüler aus Boma die vierstufige Sekundarschule. Die Initative Pater Stephan übernimmt auch die Finanzierung der Gehälter von 14 Lehrern sowie das Schulessen für die Schüler.
Father Victor aus der Kirchengemeinde Narus schreibt uns dazu: „Die Hilfe der Initiative Pater Stephan trägt entscheidend dazu bei, dass besonders benachteiligte junge Menschen eine Schule besuchen können. Sie wurden vor Hunger, häufigem Fernbleiben vom Unterricht und vor einem möglichen Schulabbruch bewahrt. Ohne die IPS-Hilfe hätten viele von Ihnen kaum die Möglichkeit gehabt, ihre Schulausbildung fortzusetzen.“
Text: Gabriele Haldenwang und Ulrich Mannsbart
Fotos: IPS