Hungersnot im Südsudan nach tödlichen Kämpfen

Tödliche Kämpfe um Landbesitz im Gebiet von Twic County und Agok/Abyei lösten zunächst eine Flüchtlingswelle (wir berichteten) und jetzt auch noch eine  Hungersnot im Südsudan aus. Denn die ohnehin schwierige Versorgung mit Lebensmitteln ist mittlerweile fast vollständig zusammengebrochen. Dies berichtet Pfarrer Kuol aus der Gemeinde Mayen Abun. Demnach sind in den letzten Tagen bereits mehrere Kinder verhungert. Es gibt keine Nahrungsmittel und nicht genügend Wasser. Zudem beschreibt Pfarrer Kuol die hygienischen Zustände als katastrophal.

Flüchtlinge in Mayen Abun (Südsudan), einer Pfarrgemeinde die von der Initiative Pater Stephan e.V. unterstützt wird.
Flüchtlinge in Mayen Abun (Südsudan), einer Pfarrgemeinde die von der Initiative Pater Stephan e.V. unterstützt wird. Die Menschen fliehen vor tödlichen Konflikten in Agok. Dort kämpfen verschiedene Stämme um Landbesitz. Inzwischen herrscht zudem eine Hungersnot, mehrere Kinder sind bereits verhungert.

Bischof appelliert an Konfliktparteien

Inzwischen hat sich der emeritierte Bischof von El Obeid Macram Max Gassis eingeschaltet. In einem offenen Brief ruft er die verfeindeten Parteien dazu auf, die Kämpfe einzustellen und den Konflikt durch einen Dialog friedlich zu lösen. Der Bischof unterstützt seit vielen Jahren mit seiner Hilfsorganisation BGRRF (Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation) Gemeinden, Schulen und Ausbildungsstätten in den Regionen Twic und Abyei im Südsudan.  Zudem sorgt BGRRF für Lehrerunterkünfte und baut Brunnen, um den Menschen sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. BGRRF arbeitet dabei eng mit der Initiative Pater Stephan e.V. zusammen.

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützten möchten, dann können Sie unter diesem LINK tun. Vielen Dank!

 

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Spenden Sie für Waisen und ausgesetzte Kinder im Südsudan!

Ihre Spende hilft, vergessenen Kindern im Südsudan durch Verpflegung und Schulausbildung eine Zukunft geben!

Kinder im Südsudan stehen vor einer Schule in Turalei
Kinder im Südsudan vor einer Schule in Turalei

Ein Projekt in drei Gemeinden im Südsudan sieht vor, bedürftigen Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen und sie mit Verpflegung zu versorgen. Es handelt sich dabei um Waisenkinder und um Kinder, die von ihren Familien aus Mangel an Nahrung ausgesetzt wurden. Sie sind jetzt gezwungen, für sich selbst zu sorgen.

Kinder im Südsudan: Hunger und Kämpfe als Grund für die schlimme Lage

Grund für diese prekäre Situation sind anhaltende Kämpfe zwischen verschiedenen Stämmen im Südsudan und marodierenden Milizen. Die bewaffneten Auseinandersetzungen finden vor allem in Twic County und Abyei  statt. Alle Beteiligten kämpfen darum, an die äußerst knappen Nahrungsmittelreserven zu kommen. Der Hunger treibt sie zu diesen Überfällen.

An diesem Punkt wird das geplante Projekt ansetzen und dafür bitten wir um Ihre Spenden!

Gemeinsam mit Ihnen und unserem Projektpartner Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation (BGRRF) möchten wir vorerst 60 dieser vergessenen Kinder in unser Versorgungs- und Ausbildungsprogramm aufnehmen.

 Wichtig: Mit nur 185 Euro können wir einem Kind ein Jahr lang Verpflegung und Schulausbildung ermöglichen. Nur rund 15 Euro im Monat genügen also, um diesen Kindern eine Zukunft zu geben.

 Unsere Bitte: Kinder im Südsudan brauchen Ihre Hilfe, um eine Zukunft zu haben!

Hier können Sie spenden. Vielen Dank!

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Südsudan: Heftige Kämpfe in Twic County und Abyei (2)

Fotos: Fr. Kuol aus Mayen Abun

 

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Südsudan: Heftige Kämpfe in Twic County und Abyei (1)

Tödliche Kämpfe um Landbesitz lösen eine Flüchtlingswelle aus. Dahinter stehen tiefgründige sozioökonomische Probleme und eine Vernachlässigung der Jugend

Am 10. Februar 2022 brachen in und um den Ort Agok Kämpfe zwischen zwischen zwei Dinka-Stämmen aus (Ngok-Dinka und Twic-Dinka. Am 18 Februar wurde bereits von 25 Toten und vielen Verletzten berichtet, darunter auch Mitarbeiter einer lokalen Hilfsorganisation. Anlass für die tödlichen Konflikte sind offenbar Streitigkeiten um Landbesitz, die vor allem von jungen Leuten ausgetragen werden.

Zerstörtes Geschäftsgelände in Agok
Zerstörtes Geschäftsgelände in Agok

Kämpfe um Landbesitz und viele Flüchtlinge

70.000 Menschen sollen vertrieben worden sein, ihre Häuser zerstört, ihr Besitz vernichtet oder gestohlen. Außerdem haben die Angreifer acht Menschen entführt, darunter drei Jungen und drei Mädchen. Ein Großteil der Bewohner von Agok sind aus dem Ort geflohen, da hier der Brennpunkt der Auseinandersetzungen lag. Dies geht aus einem Bericht der United Nations Interim Security Force for Abyei (Friedensmission der Vereinten Nationen) und einiger ihrer regionalen Partner hervor.

Zerstörtes Gebäude von Mitarbeitern der Hilfsorganisation BGRRF (Bischop Gassis Relief and Rescue Foundation
Zerstörtes Gebäude von Mitarbeitern dder Hilfsorganisation BGRRF (Bischop Gassis Relief and Rescue Foundation

Die Hilfsorganisation BGRRF (Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation) mit der auch die Initiative Pater Stephan e.V. vor Ort zusammenarbeitet, hat festgestellt, dass die Kämpfe viele Schulkinder stark traumatisiert haben. Insgesamt berichteten lokale Mitarbeiter von BGRRF Wasser- und Lebensmittelknappheit sowie ausreichenden Schutz als dringendste Bedürfnisse der Bevölkerung.

Schüler, die ihr Examen in Abyei ablegen, nachdem sie aus Agok wegen der Kämpfe evakuiert worden sind
Schüler, die ihr Examen in Abyei ablegen, nachdem sie aus Agok wegen der Kämpfe evakuiert worden sind

Pläne für schnelle Hilfe…

Die UN und einige Partnerorganisationen, darunter BGRRF, beraten über schnelle Hilfsaktionen für die betroffene Bevölkerung. So plant BGRRF die Verteilung von Lebensmittel und Saatgut sowie das Ausheben von zwei Brunnen. Die Verteilung der Lebensmittel wirft keinerlei Probleme auf, aber das Gebiet, in denen die Brunnen gebohrt werden sollen, sind nicht sicher.

…und Probleme bei der Umsetzung

Deshalb wird laut BGRRF jede Unternehmung mit Vertretern der südsudanesischen Regierung und anderen lokalen Partnern abgesprochen.

Abgesehen von der prekären Sicherheitslage müssen sich die Helfer auch mit steigenden Preisen für Güter auseinandersetzten, da alle Märkte im Krisengebiet geschlossen sind. Der Markt von Amiet ist sogar völlig zerstört worden und so fehlen manche Güter in anderen Märkten.

Entscheidend für mögliche Lösungen zum Entschärfen der Krise werden wohl die Ergebnisse und Folgen eines Treffens von UN-Vertretern sowie regionalen und lokalen Hilfsorganisationen am 24.02.2022 sein. Dabei soll über schnelle Hilfe für die betroffene Bevölkerung beraten werden.

Hintergrund der Kämpfe um Landbesitz

Das unabhängige südsudanesische Forschungsinstitut Sudd macht eine verfehlte sozioökonomische Entwicklungspolitik als eigentliche Ursache der tief verwurzelten intraregionalen Spannungen aus, die sich in Kämpfen um Landbesitz zeigen. Dies betrifft sowohl die südsudanesischen Regierung als  auch lokale Politiker  Zwar schienen Streitigkeiten um Landbesitz offensichtliche Ursache der Konflikte zu sein. So würden z.B. einige Politiker die kommunalen Konflikte um Landbesitz durch Presse-Verlautbarungen anheizen, in denen sie Gewalt schüren. Es geht auch darum, wer von den lokalen und regionalen Behörden das Sagen hat, wenn es um den lokalen Markt und die Erträge geht.

Armut und Perspektivlosigkeit als zentrales Übel

Vor allem aber verweist das Sudd-Institut auch die allgegenwärtige Armut: „Armut macht Menschen wütend.“ Und es verweist dabei vor allem auf die Jugend: „Wir haben die Jugendlichen vernachlässigt, die die den Großteil unserer Bevölkerung ausmachen. Solange diese Jugendlichen sich und ihre Familien nicht ernähren, bilden und heilen können, solange sie ihre Fähigkeiten nicht entwickeln und ihren Leidenschaften nicht nachgehen können, solange wird der Südsudan instabil bleiben. Wenn unsere politischen Führer nicht die Bedingungen für größeren Wohlstand in den ländlichen Gebieten schaffen, indem sie das Vermögen unseres Landes in die Menschen investieren, solange wird sich unsere Jugend kriminellen Aktivitäten zuwenden und anfällig bleiben für politisch motivierte Gewalt.“

 

Quellen: Sudd Insitute (South Sudan)

Billy A. Ombisa, Programme Manager, South Sudan

 

 

 

 

 

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Video: Gefährliche Kampfmittel-Beseitigung im Südsudan

Der Nachrichtensender euronews macht  in einem Video auf ein gravierendes Problem aufmerksam, das selten erwähnt wird: die extrem gefährliche Beseitigung von Minen und anderen Kampfmitteln in aktuellen oder ehemaligen Kriegsgebieten. Dieses Problem besteht in vielen Ländern, die von bewaffneten Konflikten  betroffen  sind oder waren. In folgendem Video (siehe Link am Ende des Textes) geht es exemplarisch um die Beseitigung von Minen im Südsudan. um https://de.euronews.com/video/2022/01/28/gefahrliches-erbe-verborgene-kampfmittel-im-sudsudan-werden-entscharft

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„Folgen von Covid-19 für Schulkinder im Südsudan“

Ein alarmierender Bericht von Pfarrer Peter Mwale aus Narus im Südsudan (2021)

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Folgen von Covid-19 für Schulkinder im Südsudan: Einige der Mädchen, die in der Bakhita Girls Primary School untergebracht wurden, weil sie während der Covid-19-Pandemie von Zwangs- und Frühheirat bedroht sind

Ende Dezember 2019 und Anfang 2020, als das Coronavirus in China ausbrach, schien alles sehr weit weg. Niemand ahnte damals, dass das Problem eines Tages den Rest der Welt betreffen würde.  Im Februar 2020 begann die Zahl der Covid-19-Fälle in anderen Ländern rasant zu steigen – auch in unserem Nachbarland Kenia. Die Folgen von Covid-19 für Schulkinder waren nun auch im Südsudan zu spüren.

Die südsudanesische Regierung wies uns an, alle unsere Schulen in Narus zu schließen. Auch mussten wir alle öffentlichen kirchlichen Aktivitäten aussetzen, bei denen sich Menschen versammeln. Dadurch sollte die Ausbreitung des Virus in unserer Region eingedämmt werden.

Als wir unsere Schulen schlossen, dachten wir zunächst, dass sich die Situation verbessern würde. Aber sie verschlechterte sich und das hält bis zum heutigen Tag an. Immer mehr Fälle von Covid-19 wurden auch im Südsudan registriert, insbesondere in der Hauptstadt Juba.

Isolation und Hunger

Wir in Narus hatten keine Testkits und so leiteten wir unsere Mitarbeiter an, alle vorgeschriebenen Maßnahmen gegen Covid-19 zu ergreifen. Wir mussten in unserer Gemeinde starke Einschränkungen des sozialen Lebens hinnehmen, was unsere Schulkinder besonders hart traf.

Die Covid-19-Pandemie zeigte sich deutlich in der Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit der meisten Eltern und Schüler unserer Schulen, denn es war unklar, wie lange die Isolation und der Hunger anhalten würden. Viele Kinder haben aufgrund ihrer bisherigen Kriegs- und Vertreibungsgeschichte kein richtiges Zuhause. So ist die Schule für die meisten von ihnen nicht nur ein Ort der Bildung sondern auch der Zuflucht.

Extreme Herausforderungen

Die Schule bringt Struktur und Ordnung in das Leben der Kinder. So lange zu Hause zu verbringen, war eine Herausforderung für die Schüler. Sie mussten Wege finden, ihre Zeit sinnvoll zu verbringen. Und für die Eltern war es sehr problematisch, ihre Kinder zu ernähren. Als Pfarrei versuchten wir, manchen Lebensmittelspenden zukommen zu lassen. Doch das war nicht bei allen möglich.

Die andere Auswirkung von Covid-19 auf unsere Schulkinder, insbesondere auf die Mädchen, war die Zunahme von Früh- und Zwangsheiraten, was hauptsächlich das Toposa-Hirtenvolk betraf. Aufgrund von Armut und Hunger in den Dörfern zwangen einige Eltern ihre Kinder zu heiraten, damit sie Tiere als Brautgeld für ihr eigenes Überleben bekommen konnten. Wir nahmen eine größere Zahl von Mädchen in der Grundschule auf und sorgten für sie.

Befreiung aus Zwangslagen

Die Mädchen waren zu uns geflüchtet, damit wir sie aus dieser Zwangslage befreiten. Wir haben mit der Polizei und dem Bezirksamt für Bildung zusammengearbeitet, um gegen diese Zwangsbehandlung vorzugehen und diese jungen Mädchen zu beschützen.

Unserer Pfarrei war es auch gelungen, eine Sensibilisierungskampagne in einem der Dörfer zu starten, das ein Brennpunkt für Zwangs- und Frühverheiratungen von Mädchen ist. Dies betraf auch einige Schülerinnen der Bakhita Girls Primary und der Secondary School. Sie bereiteten sich Ende 2019 gerade auf Prüfungen vor. 

Teenager-Schwangerschaften

Eine weitere Auswirkung von Covid-19 auf unsere Schulkinder ist das Problem der Teenager-Schwangerschaften. Das liegt am langen Aufenthalt zuhause und an der unzureichenden elterlichen Betreuung.

Die Zeit der Abwesenheit von der Schule und der Mangel an elterlicher Betreuung führte bei einigen Mädchen zur Teenager-Schwangerschaft. Wenn wir die Schule nächsten Monat wieder öffnen, wird sich eine größere Anzahl von Mädchen aufgrund von Schwangerschaften nicht mehr in der Schule rückmelden.

Eine Maßnahme, mit der wir dem begegnen, ist ein Tagesworkshop für alle Mädchen, den unsere Pfarrei organisiert hat. Einige der Schwestern und andere Frauen in der Pfarrei sprachen mit den Mädchen darüber, wie sie in dieser schwierigen Zeit gut auf sich selbst aufpassen können.

In einem Workshop konnten sich Schülerinnen über die Gefahren von Früh- und Teenager-Schwangerschaften informieren
Folgen von Covid-19 für Schulkinder im Südsudan: In einem Workshop konnten sich Schülerinnen über die Gefahren von Früh- und Teenager-Schwangerschaften informieren

Missbrauch von Alkohol und Drogen in den Dörfern

Und schließlich wirkt sich Covid-19 auch innerhalb der Gemeinschaft auf unsere Kinder aus. Es kommt etwa zu vermehrtem Missbrauch von Alkohol und Drogen und das betrifft vor allem die Jungen. Die meisten von ihnen haben nichts zu tun und kommen aufgrund von Gruppenzwang und durch Jugendliche in schlechte Gesellschaft.

Auch in der Gemeinde wird viel Alkoholisches gebraut, es ist billig und leicht zugänglich.  Wir als Pfarrei haben uns an die lokale Regierung gewandt, um strenge Maßnahmen gegen das illegale Brauen vor Ort und die Durchsetzung der Altersgrenze zu erreichen.

Schließlich hoffen wir, dass die Wiedereröffnung der Schulen dazu beiträgt, die Situation zu verbessern. Und dass wir so die Auswirkungen von Covid-19 auf unsere Schulkinder und die Gemeinschaft überwinden.

Text: Father Peter Mwale, Pfarrgemeinde Narus, Südsudan.

Übersetzung: Gabriele Haldenwang und Ulrich Mannsbart

Fotos: Initiative Pater Stephan e.V.

Folgen von Covid-19 für Schulkinder im Südsudan: Auf einem Plakat wirbt eine Schülerin dafür, dass junge Mädchen Bildung erhalten sollen, anstatt wegen des Brautpreises in Frühehen gepresst zu werden.
Folgen von Covid-19 für Schulkinder im Südsudan: Auf einem Plakat wirbt eine Schülerin dafür, dass junge Mädchen Bildung erhalten sollen, anstatt wegen des Brautpreises in Frühehen gepresst zu werden.

 

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Kampagne gegen Früh- und Zwangsheiraten im Südsudan

Die Pfarrgemeinde Narus organisierte am 25. November 2021 – dem „Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ – eine Kampagne gegen Früh- und Zwangsheiraten im Südsudan sowie für die Bildung von Mädchen

Protest gegen Zwangsehe

Foto: Schulmädchen demonstrieren in Narus (Südsudan) gegen Früh- und Zwangsheiraten sowie für mehr Bildung

Im Jahr 2015 startete die Kampagne gegen Zwangsheiraten und frühe Mädchenehen in der Pfarrgemeinde Narus im Südsudan. Seitdem hat die Regierung des Kapoeta East County den 25. November zum „Tag für die Bildung von Mädchen“ ausgerufen. International wird der 25. November als „Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ begangen. 

So organisiert etwa das Kinderschutz-Komitee der Pfarrei in Narus jedes Jahr eine Kampagne gegen Früh- und Zwangsheiraten im Südsudan sowie für mehr Bildungschancen von Mädchen. 

In den letzten Jahren wurde die Kampagne in Narus veranstaltet. In diesem Jahr beschloss das Kinderschutz-Komitee der Pfarrei, die Kampagne in einem großen Dorf namens Lopua zu organisieren. Lopua liegt ungefähr 45 Autominuten von Narus entfernt.

Am Morgen des 25. November 2021 besuchten alle Schüler und Lehrer aus der Gemeinde Narus das Dorf Lopua. Dort wollten sie auf die Bedeutung von Bildung für Kinder, insbesondere für Mädchen, aufmerksam machen. Es war auch eine Gelegenheit, die Gemeinschaft für das Übel der Früh- und Zwangsheiraten zu sensibilisieren. 

Mädchen werden als Bräute verkauft

Dies betrifft insbesondere Mädchen, die in der vorherrschenden Kultur der Viehhirten als Bräute verkauft werden. Dies hat dazu geführt, dass einige Mitglieder der Gemeinschaft, insbesondere Männer, Mädchen und Frauen so behandeln, als wären sie ihr Besitz. 

Wir haben uns entschieden, das Dorf Lopua dieses Jahr zu besuchen, weil wir bemerkt haben, dass viele Menschen vom Stamm der Toposa zwar täglich aus geschäftlichen Gründen nach Narus kommen. Aber nur wenige von ihnen schicken ihre Kinder dort zur Schule. Unser Besuch sollte die Gemeinde dazu ermutigen, Kinder zur Schule zu schicken und die fatale Unsitte der Früh- und Zwangsheirat von Mädchen zu beenden.

Die Kampagne kam gut an

Die Kampagne kam gut an, viele Dorfbewohner waren erschienen. Die Kinder des Dorfes Lopua waren ebenso anwesend wie Frauen in ihrer traditionellen Kleidung. Auch viele Dorfälteste waren gekommen. Das ist insofern wichtig, als sie großen Einfluss auf Entscheidungen in der Gemeinde haben. Sogar die lokale Bezirksregierung war durch den Bezirkskommissar und den Bildungsbeauftragten vertreten. 

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Marsch von einem nahe gelegenen Dorf aus. Alle Schüler, Studenten, Frauen und Jugendlichen kamen von Lopua aus zum Treffpunkt. In Liedern, auf Plakaten und Bannern protestierten sie gegen Früh- und Zwangsheiraten und warben für Bildungschancen. Wir wurden vom Dorfoberhaupt von Lopua freundlich empfangen. 

Hoffnung auf mehr Schulkinder

Er freute sich sehr über diese Initiative zur Förderung der Bildung für alle. Er betonte auch, wie wichtig es sei, dass in seinem Dorf, unter seinen Leuten die Würde von Mädchen geachtet werde. Der Tag und die Veranstaltung waren sehr erfolgreich und wir freuen uns darauf, dass im kommenden Jahr aufgrund unserer Kampagne, die wir zum ersten Mal in Lopua organisiert haben, mehr Kinder aus diesem Dorf in den Schulen in Narus eingeschrieben werden.

Text: Fr. Peter Mwale, Pfarrgemeinde St. Joseph, Narus

Übersetzung: G. Haldenwang, U. Mannsbart; Fotos: IPS

 

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Südsudan: 10 Jahre unabhängig und kein Frieden

Bonn (ots) Bereits zwei Jahre nach der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 flammte 2013 der Bürgerkrieg im Südsudan erneut auf. In diesem jüngsten Staat der Welt ist der Frieden ist bis heute nicht in Sicht. Hinzu kommen Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit. Dies hat verheerende Auswirkungen insbesondere auf Frauen und Kinder, die mehr als 80 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge stellen und dringend Unterstützung benötigen. Fast vier Millionen Menschen – knapp ein Drittel der Bevölkerung des Südsudans – sind derzeit auf der Flucht. Der Hilfsbedarf ist jedoch nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert.

10 Jahre Unabhängigkeit Südsudan
Lebensmittelverteilung in Yida, Südsudan (Foto: IPS)

„Die Menschen brauchen Frieden und Unterstützung“

„Die Menschen im Südsudan brauchen zwei Dinge: Frieden und Unterstützung. Insbesondere die Kinder brauchen Hilfe, denn es droht eine verlorene Generation. Und Perspektivlosigkeit führt zwangsläufig in eine Spirale neuer Konflikte“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Ein Großteil der südsudanesischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. 65 Prozent der Flüchtlinge aus dem Südsudan sind unter 18 Jahren. Darum wird die Krise in dem Land oftmals als Krise der Flüchtlingskinder bezeichnet. Über 66.000 Flüchtlingskinder sind „unbegleitet“: Sie haben ihre Eltern oder Verwandten verloren oder wurden von ihnen getrennt und sind besonders auf Unterstützung angewiesen.

Unterstützung, die das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bietet und welche die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR fördert: Durch Hilfsmaßnahmen konnten rund 70 Prozent der Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter die Grundschule besuchen – 2021 sollen 90 Prozent der Kinder diese Möglichkeit haben. Jedoch sind aktuell nur 16 Prozent des benötigten Budgets für die UNHCR-Hilfsmaßnahmen gedeckt. Allein 2021 werden knapp 190 Millionen Euro benötigt.

Südsudan als Aufnahmeland

Trotz der Herausforderungen im eigenen Land verfolgt der Südsudan eine Politik der offenen Türen gegenüber Flüchtlingen aus den Nachbarländern. Im Dezember 2020 lebten rund 314.000 Flüchtlinge im Südsudan, die meisten stammen aus dem Sudan.

Text: UNO-Flüchtlingshilfe e.V.

 

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Für mehr Bildungschancen in Afrika

Tag des afrikanischen Kindes gefeiert

Kinder aus den Schulen in Narus, Südsudan feiern den Tag des afrikanischen KIndes
Kinder aus den Schulen in Narus, Südsudan, feiern den Tag des afrikanischen Kindes. Die Initiative Pater Stephan unterstützte diese Schulen

Jedes Jahr am 16. Juni feiern Schülerinnen und Schüler in vielen Ländern Afrikas der „Tag des afrikanischen Kindes“. Damit gedenken sie des 16. Juni 1976, als im südafrikanischen Soweto schwarze Kinder und Jugendliche auf die Straße gingen, um gegen das ungerechte Bildungs- und Gesellschaftssystem des Landes zu protestierten. Zu dieser Zeit war die südafrikanische Gesellschaft von Apartheid geprägt. Dies betraf natürlich auch das Bildungssystem, das Schwarze systematisch benachteiligte.  

1976: Aufstand gegen die Apartheid

Die Polizei schlug den Aufstand der Schülerinnen und Schüler blutig nieder, tötete und verletzte Hunderte von ihnen. Daraufhin brachen im ganzen Land Proteste aus und Südafrika kam längere Zeit nicht zur Ruhe.

1991 richtete die Afrikanische Union schließlich den jährlich begangenen „Tag des afrikanischen Kindes“ ein, um an den Schülerprotest zu erinnern. Der Tag steht jedes Jahr unter einem anderen Motto, 2021 wurde das Recht auch Bildung und Unversehrtheit von Kindern thematisiert.

Schülerinnen und Schüler in Narus protestieren für bessere Bildungschancen
Schülerinnen und Schüler in Narus protestieren für bessere Bildungschancen

Auch in Narus im Südsudan feierten Kinder und Jugendliche an Schulen, die von der IPS unterstützt werden, den Tag des afrikanischen Kindes.  Es wurde getanzt und gefeiert, die Schülerinnen und Schüler bekamen k­­­leine Geschenke. Außerdem bildeten sie eine Protestzug, um bessere Bildungschancen zu fordern.

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Deutsche Schüler helfen Schülern im Südsudan – ein Video

Wir von der Initiative Pater Stephan (IPS) freuen uns sehr über ein Video von Schülern des Steglitz-Gymnasiums in Berlin: Darin berichten sie von ihrer Unterstützung für Schüler der St. Patrick’s Secondary School in Narus im Südsudan. IPS unterstützt Schulen in Narus schon seit Jahren. Im Rahmen dieser Projekte sammeln die deutschen Gymnasiasten Spenden und schreiben Briefe an die südsudanesischen Schüler. Zum Video geht es mit diesem Link:
https://rundgang.gymnasiumsteglitz.de/#g92

Ein Links-Schwenk im dort erscheinenden Klassenzimmer führt zur Abbildung eines Flugzeug. Ein Klick darauf startet das Video.

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