Wir bitten um Ihre Hilfe!

Projekt Schulgebühren für Schülerinnen und Schüler in Narus

Immer mehr Schülerinnen und Schüler im Südsudan möchten gerne zur Schule gehen. Doch in der Regel fehlen die finanziellen Möglichkeiten, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Zumal jetzt in Corona-Zeiten, wo viele Eltern ohne Arbeit sind und über kein regelmäßiges Einkommen verfügen.

An diesem Punkt setzen wir mit unserem Engagement an und versuchen, die Voraussetzungen für den Schulbesuch von Mädchen und Jungen zu schaffen. Dies geschieh u. a. durch die Finanzierung von  Schulgebühren, ohne die ein Schulbesuch nicht möglich ist.

Der Besuch einer Internatsschule in Narus kostet pro Schüler*in durchschnittlich 50 Euro im Jahr.

Mit einer Spende von 50 Euro können Sie also die Ausbildung eines jungen Menschen in Narus für ein Jahr sichern.

Bitte helfen Sie mit und spenden Sie! Die Kinder werden es Ihnen danken!

Hier können Sie spenden:

Bankverbindung:
Initiative Pater Stephan e.V.
Sparkasse Mittelmosel
Konto-Nr.: 600 324 48
BLZ: 587 512 30
IBAN: DE 92 5875 1230 0060 0324 48
SWIFT-BIC: MALADE51BKS

Bitte vergessen Sie nicht, Ihre genaue Anschrift auf dem Überweisungträger im Feld Verwendungszweck einzutragen!

Selbstverständlich stellen wir Ihnen auf Wunsch gern Spendenbescheinigungen aus.

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Sudan: Frauenzentrum in Kauda gegründet

Projekt in den Nubabergen soll Selbständigkeit von Frauen fördern

Frauenzentrum in Kauda
Frauenzentrum in Kauda

Das Zentrum für Frauenförderung ist eines der zukunftsträchtigen Projekte in der Pfarrei Kauda. Es wurde gegründet, um die Weiterbildung von erwachsenen Frauen zu ermöglichen. Sobald das Projekt abgeschlossen ist, wird es einen großen Einfluss auf das Leben der Frauen in der gesamten Region der Nubaberge haben. Inzwischen spielen Frauen zunehmend eine aktive Rolle in der sozioökonomischen Entwicklung. Dennoch fehlen ihnen wichtige Möglichkeiten und Wege zur Förderung und Selbstverwirklichung.

Eigenes Einkommen erarbeiten

Gemeindepfarrer Christopher Konga begründet den Bau des Frauenzentrums so: „Das Zentrum wurde so entwickelt, dass es die Stärkung der Selbständigkeit von Frauen ermöglicht. Die Frauen sollen sich im vorherrschenden Gesellschaftssystem ihr eigenes Einkommen erarbeiten können, anstatt auf die Unterstützung von Ehemännern, Verwandten, anderen Menschen, Kirchen und Hilfsorganisationen angewiesen zu sein. Das Zentrum wird dazu beitragen, Fähigkeiten und Talente von Frauen zu erkennen und zu verbessern. Ziel ist es, Frauen zusammenzubringen, damit sie einen Ort haben, wo sie sich über ihre Probleme austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.“

Innenhof des Frauenzentrums
Innenhof des Frauenzentrums

Wissen und Fähigkeiten verbessern

Die von der Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation (BGRRF)geförderten Frauengruppen wünschen sich eine Einrichtung, in der sie ihr Wissen in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Ernährungssicherheit, Gesundheit und soziale Entwicklung verbessern können.

Folgende Aufgaben soll das Frauenzentrum erfüllen:

• Erwachsenenbildung anzubieten
• Fähigkeiten und Talente zu entdecken und sie weiterzuentwickeln
• Arbeitsmittel zur Weiterbildung zur Verfügung zu stellen
• Psychosoziale Unterstützung in Notlagen anzubieten
• zu ermöglichen, ihre Produkte vorzustellen und zu vermarkten
• Kenntnisse in Ernährungssicherheit und -haltbarkeit zu erwerben
• Ernährungsberatung und Kochkurse
• Kenntnisse im Schneidern, Weben und in der Herstellung von Dekorationsartikeln sowie Schönheitsprodukten erwerben
• Töpferwaren sowie Energiesparöfen und Jikos (traditionelle Kochherde) aus Lehm herstellenvoneinander zu lernen

Zukünftige Wohnräume
Zukünftige Wohnräume
Es fehlt noch Material

Bis auf die Dächer und den Verputz wurde das Zentrumbereits bereits aufgebaut. Es fehlen noch Mittel für die Dächer, die Bodenbeläge, den Einbau von Türen und Fenstern, für Malerarbeiten, Strom und Beleuchtung, für Zäune und sowie die Beschaffung von Stühlen, Tischen, Nähmaschinen und anderen notwendigen Ausrüstungsgegenständen.

Nach Fertigstellung soll das Zentrum nach der verstorbenen UN-Mitarbeiterin Anne Katrin Feigl benannt werden. Die Familie der ums Leben gekommenen Anne Katrin hat sich mit beträchtlichen Spenden am Bau des Frauenzentrums beteiligt. Der Wunsch der Familie gründet sich auf die Frauenarbeit der Geehrten im Rahmen ihrer Tätigkeit im Sudan. Anne Katrin Feigl kam 2019 bei einem Flugzeugabsturz in Äthiopien ums Leben.

Wir danken ganz herzlich für jede Spende zur Finanzierung dieses äußerst wichtigen Projekts!

Nubaberge 2020: „Ein unterstützenswertes Projekt“

 

Schulen in den Nubabergen 2020: Reisebericht von Dr. Markus Trutwin

Auf dem beschwerlichen Weg in die Nuba-Berge
Auf dem beschwerlichen Weg in die Nuba-Berge

Die Nubaberge im Sudan sind nicht mal eben um die Ecke, also dauerte es vier Tage, bis Pater Stephan und ich dort ankamen. Wir flogen von Frankfurt nach Nairobi, dann weiter nach Juba, der Hauptstadt Südsudans am Weißen Nil. Von dort flogen wir mit zwei Fliegern der World Food Programms über Rumbek nach Yida.

Auf dem zweiten Flug waren wir nur noch drei Passagiere und zwei afrikanische Pilotinnen, die vorbildlich auf der roten, staubigen Buschpiste landeten. Jetzt begann der anstrengendste Teil der Reise. Mit einem mit Vierrad-Antrieb ausgestatteten Geländewagen ging es über steinige, holprige Pisten in die Nubaberge bei ca. 35 bis 40 Grad, vorbei an verschiedenen Kontrollpunkten. In den ganzen Nubabergen gibt es keinen Zentimeter Asphaltstraße.

Ich saß hinten neben dem Gepäck und schon bald wurde es mir recht übel, die Beine waren zittrig. Nur durch den Wechsel mit Stephan auf den Vordersitz konnte ich die Fahrt, die am Ende ca. neun Stunden dauerte, überstehen. Danke Stephan! Durchaus eine Strapaze, allerdings wurde sie eindeutig versüßt durch die herrliche, aber trockene Landschaft mit Lehmhütten, herrlichen Baobabs (Affenbrotbäumen), winkenden Kindern, ausgetrockneten Flussbetten. Es gibt natürlich keine Brücken, aber wir sahen teils gelb und rosa blühende Sträuchern, auf dem Kopf Wasser tragende Frauen, Ziegen und dürren Rindern, im Schatten sitzende Menschen, schöne Felsformationen und, und, und…..

Momentaufnahme an der Lehmpiste
Alltag an der Lehmpiste

Kauda

In Kauda wurden wir sehr herzlich begrüßt. Pater Stephan ist hier schon eine Institution durch seine Besuche seit 1998. Ich kenne die Nubaberge auch von der ersten gemeinsamen Reise 2008. Am nächsten Morgen begann das eng getaktete Besuchsprogramm der drei großen Schulen.

Hoffnungsvolle Besuche

Stephans Besuche sind nicht nur wegen der Spenden angesagt, sondern sind besonders wegen der Hoffnung, wegen des Nichtvergessens unglaublich wichtig für die Menschen hier.

Überall werden wir mit Klatschen, Singen, Tanz und strahlenden Gesichtern empfangen. Immerhin kommt Pater Stephan schon seit 22 Jahren. Wir besuchten die Schulen in Gidel, Kauda und Kharga.

Die Besuche selbst laufen immer relativ ähnlich ab. Überall ist erst einmal diese kräfteraubende Hitze. Meist beginnt Stephan den Besuch mit einer Messe, zu der dann die Schüler kommen, durchaus eine beeindruckende Anzahl. Alle tragen ihre Schuluniform mit grün-weißen Hemden. Es folgt ein Gespräch mit der Direktorin bzw. dem Direktor der Schule. Sie geben uns dann jemanden mit, der Stephan als Übersetzer begleitet.

Messe in Kaunda
Messe in Kauda

100 Kinder in einem Raum

Dann besuchen wir neun Klassen. Zuerst die Pre-Unit, wo die ersten englischen Worte vermittelt und die ersten Zahlen gelernt werden. Dann die Klassen 1 bis 8 der Grundschule (Primary), die Klassenräume sind voll, übervoll, da halten sich durchaus bis ca. 100 Kinder in einem Raum auf. Stephan erzählt von sich, seiner Arbeit, den deutschen Partnerschulen, liest aus den mitgebrachten Schülerbriefen aus Deutschland vor und zeigt die mitgebrachten Zeichnungen.

Diese Schulbesuche sind für uns durchaus anstrengend, aber immer wieder gewinnt Pater Stephan die Sympathie der Schüler mit seinem verschmitzten Lächeln.  Und das ist ansteckender als jedes Corona-Virus!

Das Alter der Schüler ist keineswegs homogen. So können durchaus eine 10-jährige Schülerin und ein 16-jähriger Schüler in einer Klasse nebeneinandersitzen, je nach Bildungsstatus und Einschulungsalter. Und genau das macht diese Schule, die wir auch mit unserem Geld unterstützen, so wichtig.

Unterschiedliche Altersstruktur in der Grundschule
Unterschiedliche Altersstruktur in der Grundschule

Bildung als Friedensarbeit

Bildung ist die beste Friedensarbeit. Ich werde dann am Ende als Dr. Markus vorgestellt und darf auch noch zwei, drei Sätze zur Begrüßung der Schüler in jeder Klasse sagen. Nach dem Rundgang durch die Klassen gibt es eine Stärkung mit kaltem Wasser und es folgt ein Gespräch mit den Lehrern.

Ihre Klagen sind für mich genau dieselben wie 2008. Die Gehälter seien zu niedrig, das Nahrungsangebot sei zu einseitig und nicht ausreichend und die Wohnungssituation sehr bescheiden. Ganz Unrecht haben sie natürlich nicht, aber immerhin ist ihre Situation besser als die der meisten Menschen. Denn immerhin haben sie ein kleines Einkommen, was sie auch regelmäßig ausgezahlt bekommen. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich.

Pater Stephan im Gespräch mit einem Schulleiter und Lehrern
Pater Stephan im Gespräch mit einem Schulleiter und Lehrern

Gidel

In Gidel gibt es auch eine weiterführende Schule (Secondary) mit vier Klassen und einem anerkannten Abschluss für ein mögliches Studium. Auch diese Schüler besuchen wir. Manche sind schon deutlich über 20 Jahre alt.

Secondary School in Gidel
Secondary School in Gidel

Probleme mit dem Schulgeld

Aber es gibt ein weiteres großes Problem: Das Schulgeld in den drei Schulen ist niedrig. An der Universität oder anderen Bildungseinrichtungen wird es aber deutlich teurer, so dass sich fast niemand ohne einen Sponsor oder ein Stipendium eine weitere Ausbildung leisten kann. Diese Lücke zwischen Schulabschluss und Studium ist für die meisten Schüler nicht zu überwinden. Nur vereinzelt kommen Schüler – auch durch die Unterstützung des emeritierten Bischofs Macram Max Gassis – an die höheren Schulen.

Fazit : Es waren wunderschöne, erfolgreiche, aber auch anstrengende Tage in den Nubabergen für ein wirklich unterstützenswertes Projekt.

Text und Fotos: Dr. Markus Trutwin

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Dr. Bona Malwal: Wann gibt es Frieden im Südsudan?

Vortrag anlässlich des Sudantages 2016 im Kloster Himmerod

Dr. Bona Malwal, 1959 geboren, ist ein sudanesischer Journalist, Politologe und Autor zahlreicher politisch-historischer Schriften mit dem Fokus Sudan.

Als Berater der sudanesischen Regierung begleitete und gestaltete er den Prozess vom Waffenstillstand nach dem Bürgerkrieg bis zur Staatsgründung der Republik Südsudan im Jahre 2011 mit.

Der ehemalige Diplomat Bona Mawal ist academic visitor am St Antony’s College der University of Oxford.

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